Über die Behaarungsgerade und dem Zahnstatus der CCD.

Der CCD ist eigentlich kein wirklicher Nackthund, denn er hat immer Haare auf dem Kopf, an den Beinen und am Schwanz. Man unterscheidet grob den Powder Puff (PP) als Hund mit weichem Oberhaar, Unterfell und vollständigem Gebiss und die hairless (HL) Variante, als Hund mit unterschiedlichem Behaarungsgrad aber immer ohne Unterfell.

Der Behaarungsgrad bei der HL-Variante ist immer unterschiedlich und für den Züchter nicht planbar. Als grobe Einteilung der Behaarungsgrade, haben sich verschiedene Untergruppen etabliert. Das nachfolgende Foto zeigt die gängigen Untergruppen aus den USA mit ihren unterschiedlichen Merkmalen am Köper, Schopf, Füßen und Schwanz.

Leider gibt es keine fest vorgegebenen Bezeichnungen für diese Untergruppen. In Deutschland haben sich nachfolgende Untergruppen etabliert:

True Hairless (TH) – keine Körperbehaarung, spärliche Behaarung an Schopf, Fuß, Schwanz

Hairless (HL) – schmaler Streifen auf der Wirbelsäule mit mehr oder weniger kleinen Ausläufern, übrige Behaarung dünn

Hairyhairless (HHL) – ausgeprägte Körperbehaarung, aber kein Unterfell, übrige Behaarung üppig 

Powder Puff (PP) – normale Behaarung mit Unterfell, normaler Zahnstatus
(Foto aus Facebook ohne Angaben vom Herausgeber)


Wie kommt es zur Haarlosigkeit beim Chinese Crested Dog?

Die Haarlosigkeit beim CCD ist auf eine Genmutation in der Sequenz FOXI3 wissenschaftlich erwiesen. Wie es zu dieser Mutation gekommen ist, ist nicht schlüssig erforscht. Fakt ist, dass sie nicht vom Menschen oder einem Züchter herbeigeführt werden kann. Es sind Veränderungen, die es bei allen Lebewesen gibt und die unsere Evolution ausmachen – also die Entwicklungsgeschichte aller Lebewesen hervorbringt!
Genmutationen können auf verschiedene Weisen auftreten, zum Beispiel durch Fehler bei der DNA-Replikation während der Zellteilung, durch äußere Einflüsse wie Strahlung oder Chemikalien oder auch durch spontane Veränderungen im genetischen Material. Heute, auch durch die Genschere in Menschenhand. Diese Mutationen können zu neuen genetischen Variationen führen, die sich auf die Merkmale eines Organismus zum Nachteil oder Vorteil auswirken können. 

Wie kann man sich die Foxi3-Mutation erklären?

Was alle Nackthunde gemeinsam haben, ist der sehr warme Herkunftsort, nämlich die Südhalbkugel unserer Erde. Vorstellbar ist , dass die Hitze den Genpool beeinflusste und Lebewesen ohne Haare entstehen lies.
Weitere Vorteile der nackten Haut wären, dass Parasiten weniger Nistplatz haben und die Haut generell besser gereinigt werden kann. 
Sonnenschutz wird übrigens über Hautbräune erzeugt. (Nackthunde werden, genau wie wir Menschen, blasser, wenn sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sind) Außerdem führt Nacktheit zu einer anderen Kommunikationsmöglichkeit, nämlich der Gestik und Mimik. Der mexikanische Nackthund (Xoloitzcuintle) wird genau wegen dieser Mimik besonders geliebt, sie können sogar Tränen entwickeln.
Letztendlich sind auch wir Menschen eine „haarlose“ Variante in der Natur. Auch bei uns gibt es verschiedene Behaarungsgrade, wenn man südländische Menschen mit hellhäutigen Menschen vergleicht.
Der Mensch mussten sich an das kältere Klima anpassen, als er die warmen Lebensräume verlies. Er schütze sich durch Fellhäute und entwickelte über viele Jahre die Kleidung. Heute eine Mittel für Funktion und Status. 
Kann man daraus den Schluß ziehen, ein Nackthund würde gequält, wenn er in unseren Breitengraden, im Winter, Schutzkleidung anziehen sollte, wenn er länger draußen ist? Heute werden sogar haarige Hunde mit Regenmänteln umsorgt. Letztendlich ist es auch eine Frage der Gewohnheit in seinem Umfeld Hunde mit Schutzkleidung zu sehen und zu tollerieren.
Haarlosigkeit gehört zu den Launen der Natur. Nur der Mensch konnte durch seine Intelligenz seine „Mängel“ überleben und sich auf der Welt ausbreiten. Der Hund, ob behaart oder nicht behaart, ist genauso wenig schlecht überlebensfähig in der Natur, wie der Mensch. Das ist der Tribut den Tiere „zahlen“ wenn sie sich dem Menschen unterordnen.  Dem Hund, sollte deshalb einem besonderen (Schutz-) Status zu stehen.

Zahnstatus 

Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Hairless-Variation mit einer Zahnmutation gekoppelt ist.
Häufig sind bei den 2. Zähnen die Eckzähne/Canini und Premolaren nicht angelegt. Vereinzelnd sind auch Backenzähne nicht angelegt.

 Hier sieht man, die etwas andere Form und Stellung der Eckzähne, eines CCD-Hairless, besonders gut. Im Gegensatz zur gebogenen Form der PP-Variante, oder anderen Hunden, ist der Eckzahn in der HL-Variante gerade und kann sogar nach vorne zeigen. Siehe dazu auch das nachfolgende Foto.

Foto von H. Belanger


Backenzähne 

Zu den etwas speziellen Eckzähnen kommt ein weiteres Zahnmerkmal. Die Backenzähne der HL-Variante haben nur eine 1-reihige Höckerbildung. Die 2-reihigen Backenzähne sind bei Fleischfressen üblich.